Bremsbeläge selbst wechseln
Dieser Artikel wird Ihnen präsentiert von New Developments Casares
Die Bremsen gehören zu den wichtigsten Sicherheitssystemen deines Fahrzeugs – und trotzdem werden sie von vielen Autofahrern vernachlässigt, bis es zu spät ist. Quietschende Geräusche, ein längerer Bremsweg oder ein weiches Bremspedal sind klare Warnsignale, die du nicht ignorieren solltest. Die gute Nachricht: Bremsbeläge wechseln ist eine der Arbeiten, die du mit etwas handwerklichem Geschick problemlos selbst durchführen kannst – und dabei eine Menge Geld sparst. In diesem Artikel zeigen wir dir Schritt für Schritt, wie du dabei vorgehst, worauf du achten musst und welche Werkzeuge du benötigst.
Wann ist es Zeit, die Bremsbeläge zu wechseln?
Bevor du mit der Arbeit beginnst, solltest du wissen, wann ein Wechsel überhaupt notwendig ist. Die meisten modernen Fahrzeuge haben einen eingebauten Verschleißindikator, der im Armaturenbrett aufleuchtet, wenn die Bremsbeläge zu dünn werden. Verlasse dich jedoch nicht ausschließlich darauf, denn dieser Sensor versagt manchmal oder meldet sich erst sehr spät.
Als Faustregel gilt: Bremsbeläge sollten gewechselt werden, wenn die verbleibende Belagstärke unter 2–3 mm liegt. Bei einer Sichtprüfung durch die Felgenspeichen lässt sich das oft schon gut erkennen. Außerdem solltest du hellhörig werden, wenn du beim Bremsen ein metallisches Quietschen oder Schleifen hörst – das ist ein Zeichen dafür, dass der Belag bereits bis auf die Metallplatte abgenutzt ist. In diesem Fall drohen nicht nur Schäden an der Bremsscheibe, sondern auch ein gefährlicher Sicherheitsverlust.
Als grober Richtwert gilt: Bei normaler Fahrweise sollten Bremsbeläge alle 30.000 bis 70.000 Kilometer erneuert werden. Wer häufig im Stadtverkehr unterwegs ist oder sportlich fährt, muss deutlich früher ran.
Das brauchst du, um Bremsbeläge zu wechseln
Für den Wechsel der Bremsbeläge benötigst du nicht allzu viel Werkzeug, aber das richtige Equipment ist entscheidend. Zunächst brauchst du einen Wagenheber und Unterstellböcke, um das Fahrzeug sicher anzuheben und abzustützen. Außerdem brauchst du einen Bremskolben Rücksteller, um den Bremskolben zurückzudrücken, bevor die neuen, dickeren Beläge eingesetzt werden können. Ein Drehmomentschlüssel ist ebenfalls unverzichtbar, damit du alle Schrauben mit dem korrekten Anzugsmoment festziehen kannst.
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Darüber hinaus solltest du Bremsenreiniger zur Hand haben, um Staub, Öl und Schmutz zu entfernen. Kupferpaste oder spezielle Bremsenpaste wird auf die Rückseite der Beläge und die Führungsschienen aufgetragen, um Quietschgeräusche zu verhindern. Natürlich brauchst du auch die passenden Bremsbeläge für dein Fahrzeugmodell – kaufe hier niemals am falschen Ende und setze auf Qualitätsprodukte namhafter Hersteller.
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Schritt-für-Schritt-Anleitung: Bremsbeläge wechseln
Bevor du beginnst, stelle sicher, dass das Fahrzeug auf einer ebenen, festen Fläche steht und die Handbremse angezogen ist. Öffne die Motorhaube und suche den Bremsflüssigkeitsbehälter. Da das Zurückdrücken des Bremskolbens dazu führt, dass Bremsflüssigkeit in den Behälter zurückgedrückt wird, solltest du etwas Flüssigkeit mit einer Spritze entnehmen, damit der Behälter nicht überläuft.
Hebe nun das Fahrzeug mit dem Wagenheber an und sichere es auf den Unterstellböcken. Entferne das Rad. Jetzt liegt der Bremssattel frei vor dir. Löse die Führungsbolzen des Bremssattels – in der Regel sind das zwei Schrauben an der Rückseite des Sattels. Klappe oder schiebe den Sattel beiseite und hänge ihn mit einem Draht oder Kabelbinder am Federbein auf, sodass er nicht am Bremsschlauch hängt und diesen beschädigt.
Jetzt kannst du die alten Bremsbeläge aus dem Sattelträger herausnehmen. Reinige den Sattelträger und die Führungsschienen gründlich mit Bremsenreiniger. Entferne Rost und Schmutz mit einer Drahtbürste. Trage anschließend dünn Kupferpaste auf die Führungsschienen auf – achte dabei unbedingt darauf, dass keine Paste auf die Bremsscheibe oder die Reibfläche der neuen Beläge gelangt, da dies die Bremswirkung erheblich beeinträchtigen würde.
Drücke nun den Bremskolben mit dem Rückstellwerkzeug vorsichtig zurück in den Sattel. Setze die neuen Bremsbeläge in den Sattelträger ein und schiebe den Bremssattel wieder über die Beläge. Ziehe die Führungsbolzen mit dem Drehmomentschlüssel auf das im Fahrzeughandbuch angegebene Drehmoment fest. Setze das Rad wieder auf, ziehe die Radschrauben zunächst handfest an, senke das Fahrzeug ab und ziehe die Radschrauben dann über Kreuz mit dem korrekten Drehmoment fest.
Wiederhole den Vorgang auf der gegenüberliegenden Seite – Bremsbeläge sollten immer achsweise gewechselt werden, also immer beide Seiten einer Achse gleichzeitig, um gleichmäßige Bremswirkung zu gewährleisten.
Einbremsen der neuen Bremsbeläge nicht vergessen
Nach dem Wechsel ist noch ein wichtiger Schritt notwendig: das sogenannte Einbremsen. Neue Bremsbeläge müssen erst mit der Bremsscheibe „eingespielt“ werden, damit sie ihre volle Bremswirkung entfalten. Fahre dazu auf einem ruhigen Streckenabschnitt mehrmals aus moderaten Geschwindigkeiten (ca. 50–80 km/h) gleichmäßig und zügig ab, ohne dabei die Bremsen komplett zum Stillstand zu bringen. Nach jeder Bremsung lass die Bremsen kurz abkühlen. Vermeide in den ersten 200 Kilometern Vollbremsungen – die Beläge brauchen Zeit, um sich optimal anzupassen.
Pumpe außerdem vor der ersten Fahrt einige Male das Bremspedal, bis es sich wieder fest anfühlt – das stellt sicher, dass der zurückgedrückte Bremskolben wieder korrekt an den Belägen anliegt.
Bremsscheiben gleichzeitig prüfen
Wenn du schon dabei bist, die Bremsbeläge zu wechseln, solltest du auch die Bremsscheiben einer genauen Prüfung unterziehen. Weisen die Scheiben tiefe Riefen, starke Riefenbildung oder eine Dicke unterhalb der zulässigen Mindestdicke (auf der Scheibe eingestempelt) auf, sollten auch sie erneuert werden. Abgenutzte Bremsscheiben in Kombination mit neuen Belägen sind nicht nur ineffizient, sondern können auch die neuen Beläge schneller verschleißen lassen.
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Mehr rund um die Pflege und Reinigung deiner Bremsanlage erfährst du übrigens in unserem Artikel Für optimale Bremsleistung sorgen – dort findest du wertvolle Tipps, wie du deine Bremsen dauerhaft in Topform hältst.
Fazit: Bremsbeläge wechseln lohnt sich als DIY-Projekt
Das Bremsbeläge wechseln ist eine der lohnendsten Eigenleistungen, die du an deinem Auto erbringen kannst. Mit dem richtigen Werkzeug, etwas Geduld und dieser Anleitung ist der Wechsel auch für Einsteiger gut machbar. Du sparst nicht nur Werkstattkosten, sondern gewinnst auch ein tiefes Verständnis für die Technik deines Fahrzeugs – und das gibt Sicherheit. Denke immer daran: Gut funktionierende Bremsen sind keine Frage des Komforts, sondern eine Frage der Sicherheit – für dich, deine Mitfahrer und alle anderen Verkehrsteilnehmer.







